Dr. Langhoffs Distanzierung von der International Yang Family Tai Chi Chuan Association

Die Yang Chengfu Center Köln Berlin (Directors Frank Grothstück und Johannes Mergner) sind als offizielle IA-Schulen lediglich aus dem Ausland autorisiert. Eine Mitgliedschaft im Dt. Taichi-Bund (DTB eV) und angeschlossenen Verbänden besteht nicht. Die Center genügen den DTB-Standards für Transparenz im Gesundheitswesen nicht. IA-Ranking-Zertifikate, Seminare, Symposien werden nicht angerechnet. (DTB als Korrektiv: "Yang Chengfu Center Syndrome explained").

Meister Yang Chengfu in Forschung und Lehre

Beim komplexen Thema "Yang Chengfu" nutzen immer mehr offene Yang-Stilisten die wissenschaftlichen DTB-Dokumente zum "Yang-Family-Tai-Chi". Dies hat dem DTB einen Aufschwung in Expertise, Glaubwürdigkeit und Authentizität eingebracht und zugleich den Einfluss ausländischer Lobby-Verbände bzw. Glaubensgemeinschaften stark verringert. Dies wiederum führt zu einer Steigerung der Qualität und Transparenz unserer Erwachsenenbildung und Gesundheitsförderung.

Das vom berühmten Meister Yang Chengfu gelehrte Wissen über die Yang-Familientradition ist für Theorie und Praxis der Lehrer-Ausbildung wichtig, aber es ist viel begrenzter als seine Befürworter wahrhaben wollen, da schon in der Vorgeneration viel verloren gegangen war und der Meister selbst erstens erst spät zu lernen anfing und zweitens nicht viel an seine Schüler weitergegeben haben soll. Er selbst hat sich auch recht negativ zu der Qualität seiner Schüler geäußert.

Offizielle Vertreter der ITCCA oder der IA* wie Chu Kinghung oder Yang Zhenduo haben lange Zeit nicht mehr in Deutschland unterrichtet. Ihr Rückhalt schwindet, denn nach Austritten und Lücken in der Glaubwürdigkeit und Expertise stehen sie zunehmend isolierter da und werden u. a. vom Deutschen Dachverband DTB nicht anerkannt.

Zugleich steigt das Interesse an Ideologie-Freiheit, Faktentreue und Yang-Chengfu-Tai-Chi-Formen, die mit Anatomie/ Physiologie und Pädagogik/ Didaktik weiter-entwickelt werden. Solche hat der DTB auf der Basis der Yang-Zhenduo-Form und der Fu-Zhongwen-Form für Lehrerausbildung und Fachfortbildung geschaffen und in ganz Deutschland verbreitet.

Erst mit diesen DTB-Programmen kann das Yang-Chengfu-Erbe in westlicher, weltanschaulich neutraler Erwachsenenbildung eingesetzt werden. Heutige, offen eingestellte Lehrende lassen sich durch angebliche Authentizität immer weniger beeindrucken und nutzen angesichts der großen Zahl von inszenierten Hypes, Halb-Wahrheiten und Fake-News die Dossiers der DTB-Clearing-Stelle "Yang-Family-Taijiquan".

Yang Chengfu Reviews


In Rezensionen werden - je nach Verfasser - oftmals völlig gegensätzliche Auffassungen und Bewertungen vertreten. Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Rezensionen aus Gefälligkeit schreibe - auch wenn dieser Wunsch schon an mich herangetragen wurde. Meine Reviews beinhalten meine persönliche Expertise und beruhen auf meinem Gestalt-Ansatz. Andere Rezensenten kommen durchweg zu ganz anderen Bewertungen.

An Rezensionen über Yang Chengfus Werke fällt mir fast immer ein Hang zur Voreingenommenheit auf - von nüchternem Faktencheck findet man z. B. im Internet so wenig, dass man schnell Verdacht schöpft - sollte da die viel gescholtene Mob-Rule ihre Hände im Spiel haben?
Für Klarheit zu sorgen sollte doch jedermanns Anliegen sein - auch und gerade angesichts der schwierigen Abgrenzbarkeit zu sekten-artigen Gruppierungen und der neuen Religiosität in der Taijiquan-Qigong-Szene Deutschlands.

Yang-Chengfu-Rezension

Mit der angeblichen "Expertise" mancher Rezensenten ist es nicht weit her - die weitverbreitete Ignoranz zeigt sich z. B. bei Amazon, in den Sozialmedien mit ihren weltfremden Kampfkunst-Foren aber auch in der sogenannten "Taiji-Fachlliteratur" der Szene. Das Diktat interessierter Kreise scheint keinen Raum zu lassen für kritische Forschung und eine eigene, fundierte Meinung. Der verbreitete Mangel an Sachwissen und den Zuständen "hinter den Kulissen" führt so natürlich zu einer kontinuierlich sinkenden Reputation chinesischer Gesundheitsförderung und Kampfkunst. Mit meinen Hinweisen möchte ich bei einer Um-Orientierung hin zur Wahreitssuche beitragen.

Das vollständige Buch von Form und Anwendung des Taijiquan, Band 1

Das im Jahre 1934 veröffentlichte letzte und bekannteste Yang-Chengfu-Buch eignet sich nach Meinung vieler "Experten" nur für Fortgeschrittene. Das stimmt so nicht, denn gerade in Verbindung mit audiovisuellen Lehrmitteln der heutigen Zeit stellen Meister Yangs klare Hinweise an die "Inneren Prinzipien2 eine wertvolle Ergänzung für den Anfänger dar - sein Wissen nimmt immens zu! Man denke nur an die Essentiellen Punkte: Siehe Tai Chi Prinzipien.

Das Werk stellt als gewollter Standard einen Meilenstein dar in der neueren Entwicklung des "chinesischen Schattenboxens". Das bahnbrechende, höchst einflussreiche Werk ist für all diejenigen unverzichtbar, die tiefere technische Einblicke in das Yang-Stil-Taijiquan erlangen und erfolgreicher trainieren oder lehren möchten.

An vielen Stellen betont Yang Chengfu die Wichtigkeit der Einhaltung von Regeln - dies findet sich übrigens auch beim japanischen Schwertmeister Musashi, zu dem mehrere Parallelen bestehen. Einen hohen Stellenwert nehmen auch philosophisch-kulturelle Begriffe wie DAO und TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) ein.

Mit seiner höchst anschaulichen, praxisnahen Erzählweise beschreibt der Autor Stellungen, Formen, Figuren und angenommene Partner-Anwendungen aus seiner eigenen jeweiligen Praxis-Perspektive. Und das alles, indem er Formulierungen benutzt, als würde er die Bewegung gerade selber vormachen. Zu jeder Figur wird das exakte Foto hinzugefügt. Der Leser nimmt sozusagen die Schülerrolle ein und kann durch diese direkte, lebendige Methodik sehr gut lernen. Übersetzungen aus dem Chinesischen Urtext wie etwa die von Louis Swaim oder Matthias Wagner machen Yang Chengfus klassisches Werk auch westlichen Interessierten zugänglich.

Die Übersetzung von Louis Swaim enthält wertvolle Anmerkungen und Kommentare, die die häufigen klassischen und literarischen Redewendungen erklären helfen. Zusätzlich wird auf die politischen und philosophischen Untermauerungen und Fundamente eingegangen, die Form und Inhalt des Buches mitbestimmen.

Forschungen und Vergleiche des Übersetzers umfassen zudem mehrere andere frühe Tai-Chi-Bücher mit dem Ziel, die Rolle zu beleuchten, die die beiden Yang-Chengfu-Schüler Dong Yingjie und Zheng Manqing  beim Erstellen des Werkes und der Druck-Vorbereitung spielten. Außerdem sind alle Kalligraphien und Familienportraits, sowie die Vorwörter von Yang Chengfu, Zheng Manqing und Yang Shouzhong übersetzt worden. Im Anhang findet man auch noch die Übersetzungen der berühmten "Fünf klassischen Texte" zum Taijiquan.

Meine Kritik

Einige gravierende Mängel mindern die Glaubwürdigkeit von Yang Chengfu und damit auch die Qualität des "Standardwerkes" leider substanziell. Ich habe die Fehleinschätzungen an anderen Stellen ausführlich dargestellt und Lösungen für Korrekturen vorgeschlagen (s. Qualitätskriterien für DTB-Lehrer-Checkliste Deutschland).

4.2.1. Gleich in der Einleitung berichtet der Autor von einem Gespräch mit seinem Großvater Yang Luchan, das unmöglich stattgefunden haben kann, weil dieser bei der Geburt von Yang Chengfu bereits gestorben war!

4.2.2. Desweiteren stellt Yang Chengfu mehrfach (z. B. bei der Kommentierung der von ihm aufgestellten Tai Chi Prinzipien) die leicht zu falsche Behauptung auf, Tai Chi, Bagua und Xingyi seien "die einzigen Inneren Kampfkünste" und alle anderen (!) seien "äußere" und "nichts wert".

4.2.3. Yang Chengfu stellt einen Moralkodex auf, um im gleichen Moment selbst dagegen zu verstoßen, indem er verbietet, über andere Schulen negativ zu sprechen und selbst alle anderen als unwert kategorisiert.

Folge-Autoren nach Yang Chengfu

Hier liste ich wichtige Folge-Autoren auf, die Yang Chengfus begonnenes Werk der Standardisierung fortsetzen und ihm ihren eigenen Stempel aufprägen.

Seit dem Erscheinen von Yang Chengfus Hauptwerk haben viele Meister sich in ihren eigenen Büchern auf ihn bezogen und ihn teilweise erfolgreich als Vorlage benutzt. Zu nennen sind Chen Weiming, Cheng Manching, Fu Zhongwen, Yang Zhenduo und in letzter Zeit dessen Enkel Yang Jun. Ich kritisiere in diesem Zusammenhang, dass Yang Chengfus oben erwähnte Fehleinschätzungen von diesen Verfassern nicht korrigiert sondern übernommen bzw. nicht einmal bemerkt wurden. Weiterhin kritisiere ich, dass sie bei ihrer Bezugnahme auf Meister Yang Chengfu selbst ebenso gravierende weitere Fehleinschätzungen begangen haben.

Dies möchte ich im folgenden Punkt 6. an ausgesuchten Beispielen aufzeigen.

Vorweg: Es ist bedauerlich, dass Folge-Autoren ihre eigentlichen Chancen nicht erkennen oder aus Loyalität nicht wahrnehmen. Ein Beispiel wäre die Faszien-Forschung. Was Yang Chengfu damals nicht wissen konnte, zeigt uns heute die moderne Forschung zum Bindegewebe. Faszien enthalten eine Vielzahl von Rezeptoren für Eigenwahrnehmung, Spannung und anderes. Sie können Energie speichern und katapultartig wieder abgeben - allein dies kann vieles, das in innerer Kampfkunst "magisch" oder "mystisch" anmutet, wissenschaftlich gut erklären.

Obwohl Yang Chengfus Bücher heutzutage sehr verbreitet und allgemein bekannt sind, fällt auf, dass praktisch niemand auf die darin enthaltenen Vorurteile, Irrtümer und Falschaussagen aufmerksam macht oder sie öffentlich korrigiert. Rezensionen zu Yang Chengfus Büchern und Folgewerke anderer Autoren haben üblicherweise gemeinsam, dass Faktencheck und Forschung ausgeklammert werden.

Über den Meister Yang Chengfu ist sehr viel verbreitet worden - diese Sekundär-Infos ergänzen zwar seine eigenen Aussagen und Denkweisen, aber die zahlreichen Fiktionen und Klitterungen tragen erheblich zur Vewirrung bei. Für den unvoreingenommenen Forscher wird indes rasch die durchgängige Gemeinsamkeit klar, dass sich "Yang-Chengfu-Erklärer" der Wirklichkeit verweigern und sich längst in einen Elfenbeinturm zurückgezogen haben. Ich spreche dann gern von "Yang-Chengfu-Verstehern", denen es gar nicht um die Wahrheitssuche geht und die ihre Guru-Ikone durch jedwede Forschung gleich bedroht sehen. In vorderster Front in diesen "Wolkenkuckucksheim" findet man - wenig überraschend - Mitglieder der Yang-Familie sowie deren Schüler. Nichtwissen, Ignorien von Forschung, Esoterik-Moralkodex und Mob-Rule gehen hier allzu oft eine unheilvolle Verbindung ein. Ich kann das mit meinen umfangreichen wissenschaftlichen Dossiers zur Yang-Family auch dem Laien anschaulich beweisen - z. B. mit Dokumentationen über die Tai-Chi-Symposien 2009 und 2014 in den USA.

Meine Kritik soll an einigen ausgewählten Beispielen dargelegt werden.

YANG CHENGFD POSTER COMMONSAutor Matthias Wagner schreibt: "Die qualitativ sehr unterschiedlichen, zum Teil fast unkenntlichen Fotografien habe ich exakt nach den Originalen neu gezeichnet, um ihnen Tiefe und Klarheit zu geben." Sein auf seinen Neuzeichnungen aufbauende Yang-Chengfu-Poster ist überall im Internet zu finden. doch leider ist es als Lehrposter völlig ungeeignet. Wagners Anspruch von "Tiefe und Klarheit" entpuppt sich als unhaltbar - die vielen einfach weggelassenen Figuren machen es dem Lernenden unmöglich, den korrekten Ablauf zu erkennen. "Drücken" und "schräges Fliegen" sind zudem gar nicht vorhanden! Bezeichnend für die praktizierte Oberflächlichkeit: Die letzte Figur "Kreuz" ist weggelassen bzw. ersetzt durch das Anfangsbild. Augenscheinlich ging es dem Autor gar nicht um den tatsächlichen Ablauf sondern eher um ein passendes Layout von 8x13 Bildern! Ich jedenfalls würde eine solche Leistung bei meinen Schülern mit einer glatten "Fünf" bewerten. Mein Fazit: Inkompetent, falsch und irreführend. Andere Autoren geben sich unvergleicnlich mehr Mühe - etwa Yang Zhenduo mit seinem Lehrposter mit 499 Abbildungen(!)

Ähnlich inkompetent, falsch und irreführend sind Aussagen im "TAIJI EUROPA WEBSHOP" - dort ist offenbar unbekannt, dass es Yang-Chengfu-Fotos gar nicht zu jeder Figur gibt und dass es gar nicht die "alte Form" ist sondern die vom Meister modernisierte. Aber lesen wir selbst: "Yang Chengfu: Poster der Taijiquan-Langform im Großformat von Matthias Wagner  Dieses wunderschöne Taijiquan (Tai Chi Chuan)- Poster zeigt alle Figuren der alten langen Form des Yang-Stils. ... . Das Poster zum Buch "Das vollständige Buch von Form und Anwendung des Taijiquan": Alle 104 Abbildungen des Taiji-Meisters Yang Chengfu in der Langform" Quelle: https://taichi-qigong-shop.de/Yang-Chengfu-Poster-der-Taijiquan-Langform. Hervorhebung von mir. Foto-Quelle: Bilder der traditionellen Langform Yang Chengfu's Matthias Wagner, Baden-Baden - pencil drawing, provided by the author 104 Bilder von Yang Chengfu bei der Ausführung der Tai-Chi-Form.

Original-Rezensionen und Multimedia-Dossiers hier: http://www.yang-chengfu.taichi-qigong-richtig-lernen-dr-langhoff.de sowie http://www.yang-chengfu-center.taichi-qigong-richtig-lernen-dr-langhoff.de.

Datenschutz

* Distanzierung: Ziel von Dr. Stephan Langhoffs Studien ist Bildung eines Korrektivs und klare Abgrenzung. Er möchte nicht verwechselt werden mit Yang Chengfu Center Köln Berlin (Frank Grothstück und Johannes Mergner) sowie der "International Yang Family Tai Chi Chuan Association" von Yang Jun. Diese firmiert zugleich unter dem Namen "International Yang Style Tai Chi Chuan Association". www.yang-chengfu.info Kontakt  Dokumentation Yang-Familie: Yang Family Tai Chi Germany.